Bürgerinitiative Pro Fuchs Ostfriesland e.V.  
/

... denn er fühlt wie Du den Schmerz

 

Wikipedia.org erklärt "Management" folgendermassen:

"Unter Management kann die konkrete Organisation von Aufgaben und Abläufen verstanden werden oder die begriffliche Zusammenfassung von mehreren Managern in einer Organisation (Unternehmensführung).

Das Wort leitet sich ab von englisch manage ‚handhaben, [mit etwas] zurechtkommen, etwas bewältigen, fertigbringen‘ und ‚bewirtschaften, beaufsichtigen‘, dies von italienisch maneggiare ‚an der Hand führen‘, zu lateinisch manus ‚Hand‘; die englische Bedeutung wurde im 17./18. Jahrhundert durch französisch ménagement beeinflusst. Die etymologische Wurzel des Begriffs Managementist nicht vollständig geklärt. Als mögliche Stammbedeutungen kommen lateinisch manus agere ‚an der Hand führen‘ oder mansionem agere ‚das Haus (für den Eigentümer) bestellen, haushalten‘ in Frage. Die Verwendung im engeren Sinne ‚etwas führen, leiten‘ ist eine Bedeutungsverengung des jungen deutschen Lehnwortes." (Ende des Zitates)

Alles in allem ein positiver Begriff. Nur leider sieht dies im Bereich der "Prädatoren" = Beutegreifer anders aus. Hier ist die einzige Bedeutung ABSCHUSS!

Und da kommen wir zum eigentlichen Problem. An einem "führen", "leiten", "beaufsichtigen", also die Einstellung der Jagd auf Füchse und dadurch die Möglichkeit zu haben, Fuchsfamilien und deren Verhalten zu beobachten und unblutig bei Problemen eingreifen zu können, ist ein Jäger nicht interessiert. Er macht seinen Jagdschein um zu töten. Desweiteren fällt dann auch die Problematik der Populationsdynamik ins Gewicht, mit allen ihren Auswirkungen. D.h. in stark bejagten bzw. von Seuchen heimgesuchten Fuchspopulationen gibt es keine sicheren, festen, sozialen Bindungen. Das Durchschnittsalter der Tiere ist weitaus niedriger (und jüngere Füchse werden leichter Opfer einer Erkrankung als Ältere), die Stabilität von Familiengemeinschaften geringer, die Sterblichkeit naheliegenderweise höher, die Geburtenrate schiesst ebenfalls in die Höhe (anstelle von 2-3 Welpen, wirft die Fähe vielleicht 5-6 Welpen und mehr) und es gibt im Herbst mehr Jungtiere, die sich ein eigenes Revier suchen. Dadurch kommt es zu mehr aggressiven Auseinandersetzungen und territorialen Konflikten. Seuchen werden leichter übertragen und schneller verbreitet.

Durch eine Bejagung des Fuchses werden die Probleme also noch größer. Nur - an solchen Studien ist ein Jäger, dem es Freude macht, Füchse zu erlegen, nicht interessiert. Er möchte das Geld, was er z.B. für Fuchsfallen, ausgebildete Baujagdhunde usw. ausgibt, gut angelegt wissen.


Mythen über die Ernährung des Fuchses und der Fuchsjagd zum Schutz anderer Wildtiere

Die Behauptung, dass Füchse als Prädatoren eine Gefahr für andere Wildtiere, insbesondere für Wiesenvögel, Wildkaninchen und Feldhasen darstellen, lässt sich durch die vorhandene Studienlage innerhalb Europas nicht bestätigen.
Auch der Mythos, dass Füchse eine räuberische Gefahr für Haustiere darstellen, wird immer wieder von Biologen und Wildtier-Forschern zurückgewiesen.

Eine dänische Studie hat den in Jütland gesammelten Mageninhalt von Füchsen in den Jahren 2012–2014 mit einer ähnliche Studie aus den Jahren 1965 bis 1970 verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere kleine Nagetiere als Hauptnahrungsquelle im Magen der Füchse vorkommen, die Häufigkeit lag dabei nur geringfügig über jener der Vorgängerstudie (73%) , verglichen vor 40 bis 50 Jahren (67%), während die Häufigkeit von Braunhasen (Lepus europaeus) von 7% auf 3% abgenommen hat und die Häufigkeit von Europäischem Reh. (Capreolus capreolus) von 3% auf 18% gestiegen ist. Die Veränderungen im Vorkommen von Feldhase und Reh in der Ernährung der Füchse während der letzten 40 Jahre spiegelt laut Vermutungen des Forschungsteams höchstwahrscheinlich Veränderungen in den Populationen der beiden Arten wider.

(S. Pagh, R. Skjold Tjørnløv, C.R. Olesen, M.Chriel, 2015, The diet of Danish red foxes (Vulpes vulpes) in relation to a changing agricultural ecosystem. A historical perspective; Mammal Research Institute, Polish Academy of Sciences, Białowieża, Poland) 

 Eine Untersuchung von Torsten Langgemach und Jochen Bellebaum, die im Magazin "Vogelwelt" erschienen ist, hat ergeben, "dass auf Basis zahlreicher Untersuchungen als gesichert gelten kann, dass die gegenwärtige Gefährdung vieler Bodenbrüterarten primär ein Ergebnis umfangreicher Lebensraumveränderungen ist." In deren Folge habe sich die Habitatqualität vieler Gebiete anscheinend durch Zunahme der Prädatoren zusätzlich verschlechtert. Die Wirklichkeit ist also wesentlich komplizierter als eine simple Räuber-Beute- Beziehung.  

Die Aussage, Füchse würden Wiesenvögel gefährden, mit der die intensive Bejagung von Füchsen gerechtfertigt wird, ist also nicht zutreffend, da die Bedrohung von Wiesenvögeln in erster Linie durch die Verschlechterung ihres Lebensraums verursacht wird.

Die empfohlenen Maßnahmen zum Schutz der Wiesenvögel sind nicht die Bejagung des Fuchses, sondern: 

  • Wiederherstellung von Großräumigkeit, Unzerschnittenheit und natürlicher Dynamik, vor allem in Schutzgebieten 
  • Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts, Drosselung der allgemeinen Eutrophierung (unerwünschte Zunahme eines Gewässers an Nährstoffen und damit verbundenes nutzloses und schädliches Pflanzenwachstum) und auf Teilflächen Wiederherstellung nährstoffärmerer Verhältnisse 
  • Gestaltung der Landschaft und der Landnutzung im Offenland und im Wald über die primären materiellen Ziele hinaus im Sinne lebenswerter Kulturlandschaften und zugunsten bodenbrütender Vogelarten.  

Die Dezimierung des Bestandes durch Landraubtiere wie Füchse wird vor allem als Nebeneffekt der Lebensraumverschlechterung bezeichnet. Die Fuchsjagd ist somit nur eine Symptombekämpfung, die nicht geeignet ist, das Problem zu lösen und noch dazu grausam ist. (T. Langgemach & J. Bellebaum. 2005. Prädation und der Schutz bodenbrütender Vogelarten in Deutschland, VOGELWELT 126: 259 – 298).

In einer Studie in Griechenland zur Ernährung des Fuchses stellte sich heraus, dass die Jagd die größte Ursache dabei spielt, dass Füchse Feldhasen erbeuten. In Jagdgebieten bestand die Ernährung zu einem erheblichen Teil aus Feldhasen, während sich Füchse außerhalb von Jagdgebieten üblicherweise von kleinen Wirbeltieren, zum Beispiel Erdmäusen, ernähren.
Die Ernährungsart des Rotfuchses wurde durch eine Analyse des Mageninhaltes von 219 Rotfüchsen in Zentralgriechenland von 2003 bis 2005 untersucht. Säugetiere, Arthropoden (Gliederfüßer) und Pflanzen waren die wichtigsten Gruppen in der Ernährung; auffällig war, dass insbesondere der Europäische Feldhase (Lepus europaeus) Jagdgebieten vermehrt als Nahrungsquelle diente. Die Ernährung von Füchsen besteht üblicherweise hauptsächlich aus kleinen Beutetieren wie Mäusen, Wirbeltieren, Gliederfüßern, Vögeln und kleinen Raubtieren. In Jagdgebieten jedoch griffen Füchse insbesondere auf Feldhasen zurück.
(Verdacht: angeschossene, verletzte Hasen, da ein Fuchs einen erwachsenen Hasen sonst nicht erbeuten kann)
(Quelle: Bakaloudis et al, 2015, Factors affecting the diet of the red fox (Vulpes vulpes) in a heterogeneous Mediterranean landscape, Turkish Journal of Zoology)


BBC Wildlife betont, dass Füchse eine sehr abwechslungsreiche Ernährung, haben, die – gerade bei urbanen Füchsen – aus Regenwürmern, Insekten, Obst und Gemüse sowie einer Vielzahl von heimischen Wildvögeln und Säugetieren besteht. Zu den Insekten gehören eine große Anzahl von Käfern, Würmer sowie Larven und Fliegen. Die meisten Vögel, die sie fressen, sind Wildtauben und kleine Gartenvögel, die am häufigsten verzehrten Säugetiere sind in der Regel Feldwühlmäuse.

In einer Untersuchung, bei der Verletzungen von Katzen in England untersucht wurden, konnten bei 5 von 10.000 Katzen bestätigte und bei 9 von 10.000 Katzen vermutete Fuchskämpfe mit Katzen festgestellt werden. Verglichen mit 541 von 10.000 Katzen mit Bissverletzungen durch andere Katzen und bei 196 von 10.000 Katzen, die bei einem Verkehrsunfall verletzt wurden, ist das Risiko, dass Katzen von anderen Katzen angegriffen werden, deutlicher höher als das eines Fuchsangeriffes (x40-fach), ebenso das ist das Risiko einer Verletzung durch einen Unfall mit einem Auto wesentlich höher als das eines Fuchsangegriffes (x14-fach). (Quelle: Pete Wedderburn, Brayvet)